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Muss es immer Desinfektionsmittel sein?

Wer sich in diesen Tagen mit Desinfektionsmittel eindecken will, steht meist vor leergefegten Regalen. Dann aus Angst vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus in Panik zu geraten, ist jedoch nicht nötig. Meist reichen auch einfache Maßnahmen, um sich vor dem Virus zu schützen.

Richtiges Desinfektionsmittel wählen

Um sich vor der Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen, greifen viele Menschen aktuell zu Desinfektionsmitteln. Falls nicht ausverkauft, sind in den Drogeriemärkten allerlei Produkte zur Händedesinfektion zu kaufen. Aber nicht jedes Gel, Spray oder Seife inaktiviert das Coronavirus. Das RKI empfiehlt, Mittel mit den Bezeichnungen „begrenzt viruzid“, „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“. Auch in der Apotheke hergestellte Lösungen, die zu zwei Dritteln aus den Alkoholen Ethanol oder Isopropanol bestehen, sind wirksam. Das Desinfektionsmittel muss jedoch, um zu wirken, korrekt angewendet werden. Dazu gehört, die Haut mit mindestens 3 ml zu benetzen und an der Luft trocknen zu lassen.

Genauso effektiv: Händewaschen!

Ohne Zweifel ist die Händedesinfektion eine wichtige Maßnahme, um eine Übertragung der Viren zu vermeiden. Besonders nach dem Kontakt mit infizierten oder besonders gefährdeten Personen ist die Händedesinfektion praktisch, da sie überall durchzuführen ist. Genauso effektiv ist es jedoch, die Hände mit Wasser und Seife zu waschen. Zusätzlich sollten eine korrekte Hust- und Nieshygiene und genug Abstand zu infizierten Personen eingehalten werden. Ausführliche Erklärungen zu diesen Maßnahmen wurden von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammengestellt und sind auf www.infektionsschutz.de abrufbar.

Mit Bedacht einkaufen

Für Hamsterkäufe von Desinfektionsmittel gibt es also keinen Grund. Nicht zuletzt leistet die Bevölkerung durch kluge Kaufentscheidungen einen Beitrag, dass medizinischen Einrichtungen, wie Krankenhäusern und Pflegeheimen, auch in Zukunft genug Desinfektionsmittel zur Verfügung steht.

Quellen: Bundesgesundheitsministerium, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Robert Koch Institut, Deutsche Apotheker Zeitung

Autor: Marie Schläfer